September 24, 2026

Biel, 23. September 2026 – 233 Studierende der Berner Fachhochschule BFH Technik und Informatik haben 2026 ihre Ingenieur- oder Informatikausbildung erfolgreich abgeschlossen. Vergangenen Freitag wurden die Abschlüsse gewürdigt und herausragende Leistungen im Rahmen der Preisverleihung honoriert und ausgezeichnet.

213 Absolvent*innen schlossen ihren Bachelor of Science ab, 20 als Master of Science. Sie setzten sich in ihren Abschlussarbeiten mit anspruchsvollen Fragestellungen aus Industrie und Wirtschaft auseinander und entwickelten dabei innovative und kreative Lösungsansätze, Produkte, Prozesse oder Systeme. Dieses Jahr wurden acht herausragende Abschlussarbeiten speziell ausgezeichnet. Nebst den beiden Styner-Preisen und dem RUAG Innovation Award wurden auch der «Most Creative Thesis Award» und der ETA-Spezialpreis für die beste Arbeit im Fachbereich Mechatronik und Systemtechnik verliehen. Zudem wurden die Preisträger*innen des Prix d’Excellence gewürdigt, der bereits am 15. September in Biel verliehen wurde. Mit freundlicher Unterstützung der Ypsomed AG wurde der beste Abschluss im Fachbereich Medizininformatik ausgezeichnet, der beste Abschluss in Elektrotechnik und Informationstechnologie durch das Engagement des Verbands Swiss Engineering STV. Im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen wurde der beste Abschluss mit einer Auszeichnung des Uhrenherstellers Christopher Ward prämiert.

Styner-Preis

Die Styner-Stiftung hat auch in diesem Jahr zwei Masterarbeiten ausgezeichnet, die sich durch einen hohen Innovationsgrad und Potenzial für die praktische Anwendung in der Wirtschaft hervorheben.

Den ersten Preis über 10’000 Franken gewann Elia Lenti für seine Arbeit «Investigation of AZCS converter as solid-state transformer». Er beschäftigte sich mit einer vielversprechenden Technologie für die Energieversorgung der Zukunft: Sogenannte Solid-State-Transformatoren könnten herkömmliche Transformatoren künftig ergänzen oder ersetzen und ermöglichen eine effizientere und flexiblere Steuerung von Energie. Anhand eines Prototyps untersuchte und testete er verschiedene Steuerungsfunktionen – zunächst in Simulationen, anschliessend unter realen Bedingungen – und schuf damit eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung energieeffizienterer Technologien.

Den zweiten Preis über 5’000 Franken gewann Kilian Schürch für seine Arbeit «Implementation of a Chatbot for Downtime Data Analysis Using Retrieval-Augmented Generation». In Zusammenarbeit mit der Hoffmann Neopac AG untersuchte er, wie Large Language Models (LLMs) den Zugang zu Produktionsdaten vereinfachen. Er entwickelte einen Chatbot, mit dem Mitarbeitende Fragen zu Maschinenstillständen in natürlicher Sprache stellen können; das System greift dabei gezielt auf die vorhandenen Produktionsdaten zurück und unterstützt so datenbasierte Entscheidungen.

RUAG Innovation Award

RUAG Innovation Award für den «Breitbandiger Radio Direction Finder mit Single Receiver».
RUAG Innovation Award für den «Breitbandiger Radio Direction Finder mit Single Receiver».

Sicherheit und technologische Unabhängigkeit sind Themen, die auch in Zukunft von grosser Bedeutung sein werden. Der mit CHF 1’000 dotierte RUAG Innovation Award würdigt innovative Arbeiten von Hochschulabsolvent*innen. Alain Wymann und Alex Tschumper haben mit ihrer Arbeit im Bachelor-Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnologie ein kostengünstiges System zur Bestimmung der Richtung von Funksignalen entwickelt («Breitbandiger Radio Direction Finder mit Single Receiver»). Dabei werden mehrere Antennen eingesetzt, deren Signale nacheinander mit nur einem einzigen Empfangsgerät ausgewertet werden. Das System kann Funksignale über einen breiten Frequenzbereich erfassen und wurde erfolgreich in einem Feldversuch getestet.

«Most Creative Thesis Award»

Most Creative Thesis Award: Jason Stanley.
Most Creative Thesis Award: Jason Stanley.

Innovation ist der Schlüssel: Mit dem «Most Creative Thesis Award» wird die kreativste Bachelor-Arbeit im Studiengang Mechatronik und Systemtechnik gewürdigt. Mit einer innovativen Herangehensweise und hoher praktischer Relevanz überzeugte Jason Stanley mit seiner Bachelor-Arbeit «Evaluation von Elektrostimulationsmustern zur Effizienzsteigerung neuroprothetischer Antriebe». Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen mit Querschnittlähmung mithilfe elektrischer Muskelstimulation effizienter Velo fahren können. Dafür wurde ein neues Testsystem für das BFH-CybaTrike entwickelt; die Tests zeigen, dass sich die Leistungsfähigkeit durch eine gezieltere Stimulation der Muskeln deutlich steigern lässt – eine wichtige Grundlage für zukünftige Wettkämpfe wie den Cybathlon.

ETA-Spezialpreis: beste Arbeit BSc Mechatronik und Systemtechnik

ETA-Spezialpreis: Alexandre Jogo für die beste Arbeit in Mechatronik und Systemtechnik.
ETA-Spezialpreis: Alexandre Jogo für die beste Arbeit in Mechatronik und Systemtechnik.

Der ETA-Spezialpreis für die beste Arbeit in Mechatronik und Systemtechnik wurde auch dieses Jahr mit einer Hamilton Uhr ausgezeichnet. Der Preisträger Alexandre Jogo widmete seine Bachelorarbeit der Frage, wie sich medizinische Geräte einfach und nachhaltig digitalisieren lassen. In seiner Arbeit «Smartphone-Based Extraction of Autoinjector Data Using Machine Learning Methods» entwickelte er eine Anwendung, die mit der Kamera eines Smartphones Informationen über Autoinjektoren erfasst – Geräte, mit denen Medikamente einfach und sicher selbst verabreicht werden können. Aufgrund des hohen Innovationspotenzials wurde eine Abklärung der Patentierbarkeit in Auftrag gegeben.

Prix d’Excellence

Bester Abschluss Medizininformatik: Thomas Schüpbach (mit Unterstützung der Ypsomed AG).
Bester Abschluss Medizininformatik: Thomas Schüpbach (mit Unterstützung der Ypsomed AG).

Am 15. September 2026 wurde der Prix d’Excellence vom Spitalzentrum Biel bereits zum 13. Mal an sechs Absolvent*innen des Bachelor-Studiengangs Medizininformatik der BFH verliehen. Die besten Abschlussarbeiten in den Kategorien Innovation, Konzept und Umsetzung wurden mit einem insgesamt CHF 3’000 dotierten Preis ausgezeichnet. In der Kategorie beste Innovation wurden Susanne Kretschmar und Thomas Schüpbach ausgezeichnet. Der Preis für das beste Konzept ging an Anisa Abukar und Joël Schaller; für die beste Umsetzung wurden Christoph Gsteu und Marius Krass geehrt. Der beste Abschluss im Fachbereich Medizininformatik – mit freundlicher Unterstützung der Ypsomed AG – ging an Thomas Schüpbach.

Beste Abschlüsse 2026

Bester Abschluss Wirtschaftsingenieurwesen: Simon Aebi (Auszeichnung von Christopher Ward).
Bester Abschluss Wirtschaftsingenieurwesen: Simon Aebi (Auszeichnung von Christopher Ward).

An der Diplomfeier wurden zudem die besten Abschlüsse auf Bachelor- und Master-Stufe sowie der beste Abschluss über alle Studiengänge hinweg am Departement gewürdigt. Die BFH Technik und Informatik gratuliert den Diplomierten zu ihrer herausragenden Leistung.

Bachelor of Science:

  • Automobil- und Fahrzeugtechnik: Alexandre Clivaz, Crans-Montana VS
  • Data Engineering: Marc Rudolf Fuhrer, Langnau im Emmental BE
  • Elektrotechnik und Informationstechnologie: Hannes Valentin Stalder, Rickenbach LU
  • Informatik: Adrian Nathanael Riesen, Oberbalm BE
  • Maschinentechnik: Josia Micha Wenger, Thurnen BE
  • Medizininformatik: Thomas Schüpbach, Zäziwil BE
  • Mechatronik und Systemtechnik: Alexandre Jogo, Conthey VS
  • Wirtschaftsingenieurwesen: Simon Aebi, Heimiswil BE

Master of Science in Engineering: Kilian Stefan Schürch, Heimiswil BE

Gesamthaft bester Abschluss 2026 am Departement Technik und Informatik: Kilian Stefan Schürch, Heimiswil BE

Die BFH Technik und Informatik dankt herzlich den Veranstaltungs- und Preissponsoren für ihr Engagement (alphabetisch): Christopher Ward, Electrosuisse, ETA SA, Ruag AG, Styner-Stiftung, Verband Swiss Engineering STV, Ypsomed AG, Ziemer Ophthalmic Systems AG.

Book 2026 – die Zusammenfassungen aller Abschlussarbeiten stehen digital als PDF und in gedruckter Form zur Verfügung: bfh.ch/book.

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